Musinfo Musinfo – La Base de Données de la Musique Suisse
compositeurs, interprètes, improvisateurs, ensembles, auteurs musicaux, biographies, listes d'oeuvres, répertoires, littérature, images, concernant la création musicale suisse du présent et du passé.
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Oeuvre(s) de Beat Furrer:


Frau Nachtigall (1982)
für Violoncello
Durée: 15' 00"
Universal Edition

Ensemble (1983)
für 4 Klarinetten, 2 Klaviere, Vibraphon und Marimbaphon
Durée: 15' 00"
Universal Edition

Tiro mis tristes redes (1984)
für Orchester (2,2,2,2 - 2,2,2,0 - Schlgz(2), Klav - 10,10,8,6,2)
Durée: 15' 00"
Universal Edition

Und irgendwo fern, sehr fern (1984)
für 2 Klaviere
Durée: 11' 00"
Universal Edition

Poemas (1984)
für Mezzosopran, Gitarre, Klavier und Marimba
Texte: Pablo Neruda
Durée: 20' 00"
Universal Edition

Sinfonia per archi (1984)
für Streichorchester
Durée: 12' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

1. Streichquartett (1984)
Durée: 21' 00"
Universal Edition

Illuminations (1985)
für Sopran und Kammerensemble (Fl, 2 Klar - 2 Pos - Schlgz(2-3), Klav - Vc(2 od. mehr), KB(1 od. mehr))
Texte: Arthur Rimbaud
Durée: 20' 00"
Manuscrit

Trio (1985)
für Flöte, Oboe oder Saxophon und Klarinette
Durée: 15' 00"
Universal Edition
Interprètes: Boris Previsic

Music for Mallets (1985)
für Xylorimba, Marimba und Vibraphon
Durée: 9' 00"
Universal Edition

Duo (1985)
für 2 Violoncelli
Durée: 15' 00"
Universal Edition

Chiaroscuro (1983-1986)
für Orchester (4,3,4,4 - 4,2,4,1 - Schlgz(2), Klav - 12,12,8,8,6)
Früherer Titel: "Tsunamis".
Durée: 12' 00"
Universal Edition

Wie diese Stimmen (1985-1986)
für 2 Violoncelli
Durée: 14' 00"
Universal Edition

Dort ist das Meer – nachts steig' ich hinab (1985-1986)
für gemischten Chor (4444) und Orchester (3,2,4,3 - 4,3,3,1 - Schlgz(2), Klav(2), E-Org - 4,4,6,6,)
Texte: Pablo Neruda
Der Text läßt nicht etwa die Sehnsucht nach einer vergangenen Zeit erklingen, sondern ist Audruck von Verzweiflung über geschehenes Unglück, Elend, als dessen stummer Zeuge der Mapocho-Strom, schneegeboren, dem Schnabel des Adlers entsprungen, sich durch das "aschene Tal" wälzt. Unerbittlichkeit und Gleichgültigkeit wird ihm zum Vorwurf. Die immer eindringlicheren Rufe des Dichters, die angstvollen Fragen, die verzweifelten Forderungen, werden mit Schweigen beantwortet.
Der Text Nerudas ist hier nicht als programmatische Vorlage zur musikalischen Komposition verstanden worden. Da lediglich Fragmente von Texten verwendet wurden, war es möglich, die Sprache der musikalischen Komposition unterzuordnen. Das Orchester-Tutti, das vom Dirigenten abhängige, synchrone Geschehen, dessen Dynamik sich meist zwischen ppppp und p bewegt, nur an einigen wenigen Stellen mit Gewalt hervorbrechend, bildet eine Schicht des Klanges, aus dessen Verlauf individuelle Stimmen "abzweigen", sich zu einem Gewebe verdichtend, den (synchronen) Tutti-Klang in den Hintergrund drängend. Diesen vom Dirigenten unabhängigen Stimmen sind eigene Tempoverhältnisse zugeordnet. Auf diese Weise ist es möglich, extrem divergierende Tempoverhältnisse, lange Spannungsbögen individueller Zeitabläufe, zu überlagern.
Durée: 16' 00"
Universal Edition

Voicelessness. The Snow Has No Voice (1986)
für Klavier
Durée: 10' 00"
Universal Edition
Interprètes: Ingrid Karlen Simone Keller

...y a una canción desesperada (1986)
für 3 Gitarren
Durée: 15' 00"
Universal Edition

Retour an Dich (1986)
für Violine, Violoncello und Klavier
Kein Programm – es sei vorweg genommen: die Überschrift ist nach der Komposition entstanden. - Ich spreche nicht von mir – nicht von dir, schon längst aus den Augen verloren – von der Stunde unserer geheimnisvollen Begegnung spreche ich – von jenen wie Perlen glitzernden Glasscherben am Grunde des Flusses spreche ich, die immer wieder unsere Sehnsucht wecken, die zu heben wir immer wieder aufs neue hinabsteigen, um sie, an der Oberfläche betrachtet, als bloße Glasscherben zu erkennen. – Ich spreche vom Weg zu dir, Fata Morgana, der sich verengenden Spirale, die mich von dir entfernt, unendlich kreisend um ein imaginäres Zentrum.
Das Bild der Spirale meint einen Zustand der Schwerelosigkeit, erzeugt durch die Balance von Ähnlichem und Neuem – statischen und dynamisch-zielgerichteten Modellen.
I. Zögerndes, schritt weises Ertasten des kontinuierlich sich entwickelnden harmonischen Raumes. Die Dreiteiligkeit der Form ergibt sich aus dem Bruch der Kontinuität I – III
II. Polarisiert plötzlich die klangliche und metrische Vielschichtigkeit.
III. Fortgeschrittenes Stadium von I – einzelne Stimmen gewinnen Raum – streben auseinander ohne jemals gänzlich ihre Berührungspunkte zu verlieren.
Durée: 14' 00"
Universal Edition
Interprètes: Mondrian Ensemble

In der Stille des Hauses wohnt ein Ton (1987)
für Kammerensemble (1,0,2,0 - 0,1,2,1 - Schlgz(2), Klav - 1,1,2,1)
Durée: 12' 00"
Universal Edition

Ultimi cori (1987-1988)
für gemischten Chor (4,4,4,4 oder 8,8,8,8) und 3 Schlagzeugspieler
Texte: Giuseppe Ungaretti
Durée: 40' 00"
Universal Edition

Gaspra (1988)
für Ensemble (Fl, Klar - Schlgz- Klav - Vl, Va, Vc)
Furrer fasst in Gaspra die Instrumente zu kleinen Gruppen innerhalb des Ensembles zusammen. Neben den Tuttipassagen stechen zunächst "zwei extreme Klanglichkeiten" hervor: das knarzende, rhythmisch überdeterminierte Klavier und das rhythmisch eher verschwommene Streichtrio. Dazwischen agieren: das Duett Violoncello und Klarinette sowie das Duett Schlagzeug und Klavier. Die Geschichte, die Furrer diesen Gruppen anvertraut, wird als allmähliche Veränderung eines Ausgangsklangs erzählt.
Gaspra ist in Furrers Oeuvre in mehrfacher Hinsicht ein Neuanfang. Es ist das erste Stück, in dem er konsequent mit Geräuschklängen arbeitet, hier wurde außerdem "eine Konzeption so streng durchgeführt, wie ich das eigentlich vorher noch nicht realisiert habe" – und mit einer Rigidität, die Furrer heute ablehnt. Es ist eines der ersten Stücke, in denen er die Stimmen durch ein einheitliches Metrum synchronisiert.
In Gaspra arbeitet er auch – und das ist der wohl wichtigste Punkt – zum ersten mal mit rhythmischen Mustern, die im Laufe des Stückes die Verwandlung von einer vorgegebenen Ausgangskonstellation durchlaufen. Dazwischen fällt ein quasi-chaotisches, unvorher-sehbares Feld, worin die ursprüngliche rhythmische Gestalt aufgelöst, die anvisierte Gestalt hingegen kontinuierlich aufgebaut wird. Die Qualität der rhythmischen Felder "kippt plötzlich um, wird unberechenbar und entwickelt sich schließlich wieder in eine Richtung, dem Zielklang zu".
Gaspra ist nach einem Asteroiden von fünf Kilometern Durchmesser benannt – "einem Felsblock, Trümmer eines explodierten Sternes, der in den Gravitationsfeldern unseres Sonnensystems irrt".
Durée: 17' 00"
Universal Edition

Risonanze (1988)
für Orchester in 3 Gruppen
Besetzung:
Gruppe A: 2 0 2 2 - 2 2 2 1 - Str(4 4 4 4 4)
Gruppe B: Schl(3)
Gruppe C: (elektronisch verstärkt) Afl(G), Bkl, Vl, Vc, KB
Durée: 25' 00"
Universal Edition

Epilog (1988)
für 3 Violoncelli
Durée: 10' 00"
Universal Edition

2. Streichquartett (1988)
Durée: 10' 00"
Universal Edition

Die Blinden (1989)
Kammeroper in 1 Akt
Nach Maurice Maeterlincks " Les Aveugles", bearbeitet von Beat Furrer.
Rollen: 3 Mezzosoprane, 2 Frauen- und 6 Männerstimmen, Chor (4S, 4A, 4T, 4B)
Durée: 60' 00"
Universal Edition

Studie – Übermalung (1989-1990)
für großes Orchester (4,4,4,4, TSax - 4,4,4,1 - Schlgz(2) - 8-10,8-10,8-10,6-8,6)
Durée: 13' 00"
Universal Edition

Studie 2 - a un moment de terre perdue (1990)
für Ensemble (Fl, 2 Kl, Tsax, Trp, 2 Pos, Tb - Schlgz(2), Klav - Vl, Va, Vc, KB)
Durée: 17' 00"
Universal Edition

Für Alfred Schlee (1991)
für Streichquartett
Durée: 1' 00"
Universal Edition

Aer (1991)
für Klavier, Klarinette und Violoncello
Durée: 13' 00"
Universal Edition

Face de la chaleur (1991)
für Flöte, Klarinette, Klavier und in 4 Gruppen geteiltes Orchester
In vier Gruppen geteiltes Orchester im Raum verteilt:
Gruppe A: 2 Trp, 2 Pos - 2 Vl, Va, Vc, Kb - Schl
Gruppe B: Afl(G), 2 Kl - 2 Vl, Va, Vc, Kb - Schl
Gruppe C: 2 Afl(G), Kl - 2 Vl, Va, Vc, Kb - Schl
Gruppe D: 2 Trp, 2 Pos - 2 Vl, Va, Vc, Kb - Schl
Durée: 18' 00"
Universal Edition

Madrigal (1992)
für Orchester (3,2,3,2 - 4,3,4,0 - Schlgz(4) - Hfe, Klav - 12,12,10,8,6)
Durée: 15' 00"
Universal Edition

... cold and calm and moving (1992)
für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Violoncello
Zur Komposition "cold and calm and moving" vermerkt Furrer in assoziativer Reihung:
"Vier Anfangszeilen eines Petrarca-Sonetts – Bilder der Erstarrung – werden hörend durchwandert – spiralförmig sich von einem imaginären Zentrum entfernend – Bewegung heißt hier Verschiebung der Perspektiven bzw. kontinuierliche Deformation der Ausgangskonstellationen – wie sich Perspektiven und Lichtverhältnisse für einen ständig schreitenden Betrachter eines Kircheninnenraumes verändern, so verschieben sich rhythmische bzw. harmonische Konstellationen für den Hörer..."
Durée: 25' 00"
Manuscrit

Lied (1993)
für Violine und Klavier
Geige und Klavier finden kein gemeinsames Metrum - in ganz leicht unterschiedlichen Tempi nähern sie sich bzw. entfernen sich wieder voneinander.
Klänge scheinen sich zu erinnern - das Anfangsmotiv aus Schuberts Lied "auf dem Flusse" (Winterreise) scheint - ohne zitiert zu werden - wie aus der Ferne hörbar.
Durée: 12' 00"
Universal Edition
Interprètes: Christoph Keller

Narcissus (1992-1994)
Oper in 6 Szenen
Nach den "Metamorphosen" des Ovid. Deutsch von Beat Furrer.
Rollen: Sopran, 2 Sprechstimmen, 8 Stimmen: 2S,2A,2Ten,2B
Instrumentalensemble: 2,0,2,1,Sax - 2,2,2,1 - Schlgz(3), Hfe, Klav - 2,2,2,2
Durée: 80' 00"
Universal Edition

Narcissus-Fragment (1993)
für 2 Sprecher und 26 Spieler (2,0,2,1,Sax - 2,2,2,1 - Schlgz(3), Hfe, Klav - 2,2,2,2)
Nach den "Metamorphosen" des Ovid. Deutsch von Beat Furrer.
Aus gespannt unstabilen Folgen vor Ereignissen: ein ständig rastloses Suchen als bestimmter Gestus: einmal Erreichtes wird sofort wieder losgelassen, sich etablierende Ordnungen werden sofort wieder aufgesplittert, gespiegelt, verzerrt, vervielfacht. Immer neue Perspektiven, neue Bezugspunkte verändern das Geschehen - quasi Echos in sich verändernden Räumen".
Universal Edition

Quartett (1995)
für Schlagzeuger
Durée: 24' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Time out 1 (1995)
für Flöte, Harfe und Streicher
Wiederholung - Veränderung
Zielgerichtet - prozeßhaftes Streben immer wieder unterbrochen
Bewegung - zögern - wieder zurückkehren
Eine andere Fortsetzung suchen
Momentaufnahmen sich langsam verändernder Flächen - mehrschichtig - ineinander verzahnt
"Ein Lied, das über das Ende des Liedes hinaus ein anderes Ende suchte..." (Kafka)
Durée: 16' 00"
Universal Edition

Time out 2 (1995-1996)
für Flöte, Harfe und Streicher
Durée: 14' 00"-15' 00"
Universal Edition

Nuun (1995-1996)
für 2 Klaviere und Ensemble (2,1,3,1,Sax - 2,2,2,0 - Schlgz(3) - 2,2,2,2)
Durée: 17' 00"-18' 00"
Universal Edition

Stimmen (1996)
für gemischten Chor und vier Schlagzeuger
Ausschnitte aus den "Profezie" von Leonardo da Vinci und zwei Texte von Christine Huber.
Auch nur mit Schlagzeugquartett ohne Chor aufführbar.
Durée: 20' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Psalm "Gloria tibi Domine" (1997)
für achtstimmigen Chor a cappella (SSAATTBB)
Durée: 5' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Stimme – allein (1997)
für Bariton
Text aus "Leonce und Lena" von Georg Büchner.
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

a due (1997)
für Viola und Klavier
Durée: 18' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

presto (1997)
für Flöte und Klavier
Durée: 10' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel
Interprètes: Boris Previsic Ensemble Phoenix Basel

still (1998)
für Ensemble (Fl,Ob,BKlar,TSax,Trp,Pos,Schlgz(2),Klav,2V,Va,Vc,KB)
Durée: 15' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

spur (1998)
für Klavier und Streichquartett
Durée: 17' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

aria (1999)
für Sopran und sechs Instrumente (Klar, Schlg, Klav, V, Va, Vc)
Texte: Günter Eich
Durée: 18' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

solo (1999)
für Cello
Durée: 18' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Ein Lied, das über das Ende des Liedes hinaus ein anderes Ende finden wollte (2000)
für Ensemble (2,1,2,1 - 1,1,1,0 - Schlgz(2), Klav - 2,2,1,1)
Durée: 3' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

voices – still (2000-2001)
für Chor (SATB) und Ensemble (1(auch Picc),1,1(auch BKlar),TSax(auch SSax) - Trp,Pos - Schlgz(2) - Klav - 2 V,Va,Vc,KB)
Durée: 13' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Orpheus' Bücher (2001)
für Chor und Orchester (1,1,1,BKlar,Sax(TSax und SSax),0 - 0,1,1,0 - Schlgz(2) - Klav - Str solistisch: 8,8,6,6,4)
Texte: Cesare Pavese, Ovid, Vergil
Durée: 15' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Begehren (2001)
Musiktheater
Nach Texten von Cesare Pavese, Günter Eich, Ovid und Vergil. Libretto von Beat Furrer, Christine Huber und Wolfgang Hofer.
Personen: Sie (Frauenstimme), Er (Männerstimme), Sprecher, gemischter Chor (12 Stimmen)
Orchester: 1, 1, 2 (auch BKlar; 2. auch KbKlar), Sax (TSax und SSax), 0 - 0, 1, 1, 0 - Schlg (2) - Klav - 2 V, Va, Vc, KB

Durée: 90' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

auf tönernen füssen (2001)
für Stimme und Flöte
Texte: Friederike Mayröcker
Durée: 10' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Phasma (2002)
für Klavier
Durée: 16' 00"-18' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

invocation (2002-2003)
Oper
Nach Texten von Marguerite Duras ("Moderato cantabile"), Ovid, Cesare Pavese u. a. Libretto und Übersetzung von Ilma Rakusa in Zusammenarbeit mit Beat Furrer.
Personen: Anne [Sie] (Hoher Sopran), Anne (Schauspielerin), Chauvin [Er] (Lese-Stimme)
Chor: 3 S, 3 A, 3 T, 3 B
Orchester: 2 (1. auch BFl), 1, 3 (1. und 2. auch BKlar), TSax (auch SSax), 1 (auch Kfag) – 1, 1, 1, 0 – Schlg (3) – Klav – Str (2 V, Va, Vc, KB)
Eine Stadt am Meer, irgendwo. Eine Frau, Anne Desbaresdes, Gattin eines Fabrikanten, ist mit ihrem kleinen Sohn bei einer Klavierlehrerin. Schreie auf der Strasse, in der Kneipe unten hat ein Mann eine Frau erschossen; man sagt, sie habe es von ihm verlangt. Anne betritt die Kneipe, kehrt in den folgenden Tagen immer wieder dahin zurück, unterhält sich, in kurzen Sätzen, mit einem Unbekannten über den Mord, wie es dazu kam. Die Grenzen zwischen dem fremden Schicksal und ihrem eigenen verfließen. In ihrer Beziehung zu dem Unbekannten scheint sich das Verhältnis der Ermordeten zu ihrem Mörder wiederholen zu wollen. "Dünnes Eis" trennt die Welt des kultivierten Bildungsbürgers, symbolisiert durch eine, in der wöchentlichen Klavierstunde wiederholten Sonatine Diabellis, von den Abgründen einer zerstörerischen Triebhaftigkeit, der Schrei, der Duft der Magnolien, der Wein, die Nacht .. In kräftigen Bildern, knappen Sätzen wird das Drama skizziert, dessen Ausgangspunkt das vom Schrei unterbrochene "moderato cantabile" der Diabelli-Sonatine, gespielt in der Klavierstunde, ist. Dieser noch anonyme Mord zu Beginn scheint sich dann auf einer anderen Ebene zu wiederholen. Der Klang ist bereits Bestandteil dieser merkwürdig zeitlosen Bilder: das Rauschen des Meeres, Diabellis Sonatine, der Schrei, der Lärm der anonymen Masse von Menschen auf der Strasse, in den Kneipen etc. Die Form der Erzählung, die Vorwegnahme des Schreis, der quasi als Vorwegnahme des Endes der (linearen) Erzählung erscheint, lässt diesen quasi thematisch im Raum stehen: die Erzählzeit als Perspektive eines Raumes. Die Musik soll diese sich verändernden Perspektiven (Kamera-Einstellungen) schaffen, dies entspricht meinen Vorstellungen von zeitlicher Verdichtung (Gleichzeitigkeit) linearer Verläufe (Bewegungsabläufe): Alles ist von Anfang an anwesend, Dinge (Figuren) treten hervor und wieder zurück. Während die Erzählung das Verlangen (die Haut der Protagonistin) thematisiert, wird der Fokus meines kompositorischen "Blickes" Annes Stimme sein, deren Intimität, "dramatischer" Raum zwischen kultivierter "Opernstimme" und Unmittelbarkeit eines körperlichen Ausdrucks (wie Atem, Schrei etc.).
Durée: abendfüllend
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Invocation VI (2002-2003)
für Sopran und Bassflöte
Texte: Juan de la Cruz
Durée: 10' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Zwei leichte Klavierstücke (2003-2004)
Durée: 2' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Drei Klavierstücke (2003-2004)
Durée: 12' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Invocation III (2004)
Konzertant aufführbare Szene aus der Oper "Invocation"
Fassung für Sopran und Flöte
Texte: Anonymus
Durée: 12' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Invocation III (2004)
Konzertant aufführbare Szene aus der Oper "Invocation"
für Sopran und Ensemble (Fl,2 BKlar - Trp,Pos - Schlgz(1) - Klav - 2 V,Va,Vc,KB)
Texte: Anonymus
Durée: 12' 00"
Manuscrit

3. Streichquartett (2004)
Durée: 40' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

andere stimmen (2003)
für Violine und Orchester (2,1,2(auch BKlar),TSax,0 - 2,2,2,0 - Schlgz(3) - Klav - 6, 6, 4, 4, 3)
Durée: 17' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

apoklisis (2004)
für zwei Bassklarinetten
Durée: 15' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

recitativo (2004)
für Stimme und Ensemble (1(auch BFl),1,2(auch BKlar),TSax,1 - 0,1,2,0 - Schlgz(2) - Klav - 1,1,1,1,1)
Konzertant aufführbare 3. Szene aus dem Hörtheater "FAMA".
Durée: 17' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

FAMA (2004-2005)
Hörtheater in acht Szenen
für großes Ensemble, acht Stimmen (SSAATTBB) und Schauspielerin
Texte: Ovid, Arthur Schnitzler
Ensemble: 2 (1. auch BFl, KbFl, Picc, 2. auch Picc), 1,2 (auch BKlar), TSax, 1 (auch Kfag) - 0,2,2,0 - Schlg (2) - Klav, Akk - Str (2 V, 2 Va, 2 Vc, KB
Die 3. Szene ist konzertant aufführbar.
Eine junge Frau im Spiegel "Bin ich wirklich so schön? – Bin ich das, die da redet?" Sie erfährt sich selbst über die Projektionen der Gesellschaft um sie herum, reflektiert sich im Bild der anderen. Ihre Nacktheit zeigt sie ungeschützt, schutzlos, als Gegenstand der Begierde. Ein zwanghafter Blick von außen: sie hat sich selbst noch nicht gefunden und ist sich schon fremd. Fräulein Else wird in Schnitzlers Novelle in die feine Welt eines glänzenden Hotels in den italienischen Dolomiten geschickt. Sie hat ein verzweifelt nüchternes Gespür dafür, welchen Weg ihr diese Gesellschaft vorzeichnet, in der Frauen an das Perlenhalsband gelegt werden: "Wenn ich einmal heirate, werde ich es wahrscheinlich billiger tun" – die Ehe ist nur eine andere Form von Prostitution. Flehentliche Briefe der Mutter bedrängen sie: Else soll Geld auftreiben für den verschuldeten Vater, erst dreißig-, dann fünfzigtausend Gulden. Der Gönner verlangt einen Preis, der sie in die Selbstzerstörung treibt, ein weiteres "Opfer auf dem Altar einer Welt der totalen Verdinglichung" (Furrer).
Ein atemloser Monolog, ausgestoßen in größter Bedrängnis: "Ich will fort"... Existenzielle Bedrohung ist die Ausgangssituation von Beat Furrers "Fama" – ein Vulkanausbruch, geschildert von dem römischen Dichter Lukrez – pure Zuständlichkeit, die überwältigt, bedrängt und nur noch die Flucht zulässt. "Ich höre das Schreien, das Feuer, den Atem...": ein Massiv gleißender Klanglichkeit.
Komplementär dazu die Vision eines fernen, stillen Gartens, " wo nichts als träumende Bäume wären, alle vereint in einem gemeinsamen Gedanken ..." (Carlo Emilio Gadda). Beat Furrer stellt diese Utopie in die Mitte der acht Szenen: die Sehnsucht wird im Echo eines fernen, seufzenden Pulsieren zum Klingen gebracht.
Als fernes Raunen, Tönen, Klingen resoniert im Haus der Fama jegliches Erdengeräusch und Menschengeschick. Fama, die mythische Figur, hat ein Haus gebaut "ganz aus tönendem Erz, überall hallt es, wirft die Klänge zurück und wiederholt, was es hört", wie Ovid "mit überwältigender Sinnlichkeit" (Beat Furrer) beschreibt. Das rastlose Selbstgespräch der Else ist so ein Menschenschicksal, das widerhallt – als Schrei, als verzweifeltes Geflüster, als atemloses Gestammel. Zwischen der Entrückung im Traum und bedrängter Gegenwärtigkeit oszilliert diese Figur, die nur Gedanke, Sprache ist. "Wie merkwürdig meine Stimme klingt" - der Stimme und ihren wechselnden Klanglichkeiten wird im Verlauf des Stücks immer näher gerückt, bis hin zur Großaufnahme und der klanglichen Vereinigung mit dem Instrumentalklang – und schließlich dem Verlust der Stimme: "Fama" mündet in ein instrumentales Nachbeben, das der Katastrophe folgt.
Durée: 50' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

lotófagos (2006)
für Sopran und Kontrabass
Texte: José Ángel Valente
Durée: 7' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

enigma (2006)
für gemischten Chor a cappella (aufgeteilt in vier Gruppen)
Texte: Leonardo da Vinci
Durée: 4' 00"-5' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

antichesis (2006)
für 14 Streicher (Aufteilung: 2 StrQu, Trio [2 V,Va], Duo [2 V], KB)
Durée: 15' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

canti notturni (2006)
für zwei Soprane und Orchester (BFl,0,0,2 BKlar,0 - 2(auch 2 Pos),2,0,0 - Schlgz(2) - Klav, Akk - 8,8,6,6,4)
Texte: Carlo Emilio Gadda
Durée: 8' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Phaos (2006)
für Orchester (2(1.auch BFl und Picc,2.auch Picc),1,3(2.und 3.auch BKlar),1 TSax,2(2. auch Kfag) - 2,2,2,0 - Schlg(3) - Akk, Klav - 8, 8, 6, 6, 4)
Durée: 17' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Konzert für Klavier und Orchester (2007)
Orchesterbesetzung: 2(beide auch Picc),1,3(2. und 3. auch BKlar),1 TSax,2 (2. auch Kfag) - 2,2,2,0 - Orchesterklavier - Akk - Schlgz(3) - 8,8,6,4,3
Durée: 18' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Konzert (2007)
für Klavier und Orchester (2(beide auch Picc),1,3(2.und3.auch BKlar),1 TSax,2(2. auch Kfag) - 2,2,2,0 - Schlg (3) – Orchesterklavier, Akk - 1, 2, 2, 2, 1)
Durée: 18' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

fragmentos de un libro futuro (2007)
für Sopran und Gitarrenquartett
Texte: José Ángel Valente
Durée: 10' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

lotófagos II (2008)
für 2 Soprane und Ensemble (KB-Fl, Akk, 2 V, Va, Vc, KB)
Texte: Klaus Händl, Antonio Machado
Durée: 15' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Xenos (2008)
für Ensemble (1,1,2, Sax, Co-Fag - 1,1,1,0 - Akk, Klav, Schlgz(2) - 2,1,1,1)
Durée: 13' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Apon (2009)
für Sprechstimme und Orchester (2,1,2, Sax, 2Co-Fag - 2,2,2,0 - Klav, Akk, 2 Schlgz - 8,8,6,5,4)
Texte: Klaus Händl
Durée: abendfüllend
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Wüstenbuch (2009)
Musiktheater
für 2 Soprane, Vokalensemble, Sprechstimmen und kleines Orchester (2,1,2,1,Sax - 1,1,1,0 - Schlgz(2), Klav, Akk - Str)
Texte: Klaus Händl, Ingeborg Bachmann, Antonio Machado, Lukrez, Papyros Berlin 3024
Durée: abendfüllend
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Xenos III (2010)
für 2 Schlagzeuger und Streicherensemble (6,4,4,2)
Durée: 11' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

Studie (2011)
für Klavier solo
Durée: 7' 00"
Bärenreiter Verlag Basel/Kassel

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